Rahmenwerk · Fassung 2026.1

KITech360 AI Trust Framework

54 Kontrollen in 13 Domänen. Jede Kontrolle ist eine prüfbare Aussage mit erwarteten Nachweisen, Prüfmethoden und Höchstalter der Nachweise. Welche Kontrollen gelten, folgt aus den Anwendungsfällen einer Organisation (Kontrollpakete). Kritische Kontrollen sind nicht durch andere ausgleichbar.

Die Bezugspunkte dienen der Orientierung und sind keine Konformitätsaussage. Das Rahmenwerk ergänzt ein Managementsystem nach ISO/IEC 42001 um operative Kontrollen, Nachweise und Überprüfbarkeit; es ersetzt keine rechtliche Beratung. Veröffentlicht am 6.10.2026.

Basis

Gilt für jede Organisation, die KI einsetzt.

32 Kontrollen

Personenbezogene Daten

Ein Anwendungsfall verarbeitet personenbezogene Daten.

4 Kontrollen

Generative KI

Ein System erzeugt Text, Bilder, Audio oder Code.

1 Kontrollen

KI-Agenten

Eine KI führt Handlungen aus (ab Stufe L3).

5 Kontrollen

Entscheidungen über Menschen

Ergebnisse fließen in Entscheidungen über natürliche Personen ein.

4 Kontrollen

Personalwesen

KI im Bewerbungs- oder Beschäftigungskontext.

1 Kontrollen

Direkte KI-Interaktion

Menschen interagieren unmittelbar mit einer KI (z. B. Chatbot).

1 Kontrollen

KI-erzeugte Inhalte

KI-erzeugte oder -manipulierte Inhalte werden veröffentlicht.

1 Kontrollen

Biometrie & Emotionserkennung

Emotionserkennung oder biometrische Kategorisierung.

1 Kontrollen

Hochrisiko-KI

Ein Anwendungsfall ist voraussichtlich Hochrisiko nach Anhang III.

2 Kontrollen

Anbieter von KI

Die Organisation bringt ein KI-System unter eigenem Namen in Verkehr.

2 Kontrollen

Prüfbare Aussagen

  • CT-001 Alle KI-Systeme im erklärten Geltungsbereich sind registriert und haben Verantwortliche. (AIT-INV-01, AIT-INV-02)
  • CT-002 Vertrauliche Kundendaten werden nur in freigegebenen KI-Umgebungen verarbeitet. (AIT-DATA-01, AIT-EMP-01)
  • CT-003 KI-Systeme, die Menschen betreffen, unterliegen zugewiesener menschlicher Aufsicht. (AIT-HUM-01, AIT-HUM-02)
  • CT-004 Beschäftigte haben eine ihrer Rolle angemessene KI-Unterweisung erhalten. (AIT-EMP-02)
  • CT-005 KI-Vorfälle durchlaufen einen dokumentierten Melde- und Reaktionsprozess. (AIT-MON-01, AIT-MON-02)
  • CT-006 Eingaben werden bei keinem eingesetzten Anbieter ohne geklärte Grundlage zum Training verwendet. (AIT-VEN-01, AIT-VEN-02)

Organisation & Verantwortung

Leitlinie, Zuständigkeiten, Freigaben und Managementbewertung.

AIT-GOV-01

KI-Leitlinie

Basis

Eine von der Leitung freigegebene KI-Leitlinie legt fest, wofür KI eingesetzt werden darf, welche Grenzen gelten und wer entscheidet.

Kurz und verbindlich schlägt lang und unverbindlich. Entscheidend sind Freigabedatum, Geltungsbereich und eine benannte Stelle für Ausnahmen.

Erwartete Nachweise

  • • Freigegebene KI-Leitlinie mit Datum und Geltungsbereich
  • • Nachweis der Bekanntgabe an die Beschäftigten

ISO/IEC 42001: 5.2, A.2

NIST AI RMF: GOVERN 1

Nachweise max. 730 Tage alt · Überprüfung alle 12 Monate

AIT-GOV-02

Verantwortung der Leitung

Basis

Ein Mitglied der Geschäftsleitung ist für den KI-Einsatz insgesamt verantwortlich und erhält regelmäßig Bericht.

Die Gesamtverantwortung lässt sich nicht an die IT delegieren. Gefragt ist eine Person mit Entscheidungsbefugnis und Budget.

Erwartete Nachweise

  • • Benennung bzw. Geschäftsverteilung
  • • Mindestens ein Bericht an die Leitung im letzten Jahr

ISO/IEC 42001: 5.1, 5.3

NIST AI RMF: GOVERN 2

Nachweise max. 730 Tage alt · Überprüfung alle 12 Monate

AIT-GOV-03

Rollen und Ansprechstelle

Basis

Rollen für den KI-Einsatz (z. B. KI-Ansprechperson, Datenschutz, Informationssicherheit) sind zugewiesen und intern bekannt.

Beschäftigte müssen wissen, wen sie fragen und wem sie Bedenken melden. Eine erreichbare Ansprechstelle ist wichtiger als ein Organigramm.

Erwartete Nachweise

  • • Rollenbeschreibung oder Zuständigkeitsmatrix
  • • Intranet-Seite oder Aushang mit Ansprechstelle

ISO/IEC 42001: 5.3, A.3

NIST AI RMF: GOVERN 2

Nachweise max. 730 Tage alt · Überprüfung alle 12 Monate

AIT-GOV-04

Freigabeprozess für neue KI-Anwendungen

Basis

Neue KI-Systeme und neue Einsatzzwecke werden vor dem Einsatz nach einem festgelegten Verfahren geprüft und freigegeben.

Die Freigabe muss Datenarten, Anbieter und Entscheidungsbefugnis der KI berücksichtigen. Auf der Plattform bildet die Freigabe je Anwendungsfall diesen Prozess ab.

Erwartete Nachweise

  • • Beschriebener Freigabeprozess
  • • Stichprobe freigegebener Anwendungsfälle mit Datum und Freigebenden

ISO/IEC 42001: 8.1, A.6

NIST AI RMF: GOVERN 1, MAP 1

Nachweise max. 365 Tage alt · Überprüfung alle 12 Monate

AIT-GOV-05

Managementbewertung

Basis

Die Leitung bewertet mindestens jährlich Wirksamkeit, Risiken und Vorfälle des KI-Einsatzes und hält Entscheidungen fest.

Ein kurzes Protokoll mit Ergebnissen und Maßnahmen genügt. Wichtig ist, dass Entscheidungen nachverfolgt werden.

Erwartete Nachweise

  • • Protokoll der letzten Managementbewertung
  • • Maßnahmenliste mit Status

ISO/IEC 42001: 9.3

NIST AI RMF: GOVERN 1, MANAGE 4

Nachweise max. 400 Tage alt · Überprüfung alle 12 Monate

AIT-GOV-06

Richtigkeit der Angaben

kritischBasis

Die gesetzliche Vertretung erklärt, dass die Angaben auf der Plattform nach bestem Wissen vollständig und zutreffend sind, und meldet wesentliche Änderungen.

Bewusst falsche oder verschwiegene Angaben machen jeden Nachweis wertlos. Deshalb ist diese Kontrolle nicht kompensierbar.

Erwartete Nachweise

  • • Unterzeichnete Erklärung der gesetzlichen Vertretung

Weitere: Teilnahmebedingungen der Plattform

Nachweise max. 400 Tage alt · Überprüfung alle 12 Monate

KI-Inventar

Vollständiges Register aller KI-Systeme mit Verantwortlichen.

AIT-INV-01

Vollständiges KI-Register

kritischBasis

Alle KI-Systeme im erklärten Geltungsbereich sind im Register erfasst, einschließlich KI-Funktionen in bestehender Standardsoftware.

Ein Register mit drei Einträgen bei hundert Beschäftigten ist selten vollständig. Abgleich mit Beschaffung, Kreditkartenabrechnungen, App-Freigaben und einer Befragung schließt Lücken.

Erwartete Nachweise

  • • KI-Register (auf der Plattform geführt)
  • • Beleg des Abgleichs, z. B. Lizenz- oder Ausgabenliste, Ergebnis einer Befragung

ISO/IEC 42001: A.4, A.6

KI-VO: Art. 4, Art. 26

NIST AI RMF: MAP 1, GOVERN 1

Nachweise max. 365 Tage alt · Überprüfung alle 6 Monate

AIT-INV-02

Verantwortliche je System

kritischBasis

Jedes registrierte KI-System hat eine fachlich und eine technisch verantwortliche Person.

Ein System ohne Verantwortliche hat niemanden, der Änderungen bemerkt oder Vorfälle meldet. Funktionsbezeichnungen reichen, wenn sie eindeutig sind.

Erwartete Nachweise

  • • Register mit Verantwortlichen je System

ISO/IEC 42001: 5.3, A.3

NIST AI RMF: GOVERN 2

Nachweise max. 365 Tage alt · Überprüfung alle 6 Monate

AIT-INV-03

Aktualität des Registers

Basis

Jeder Registereintrag wurde in den letzten zwölf Monaten überprüft; Änderungen werden zeitnah nachgetragen.

Das Register ist kein Projektergebnis, sondern ein Betriebsprozess. Die Plattform zeigt das Datum der letzten Überprüfung je System.

Erwartete Nachweise

  • • Register mit Prüfdatum je Eintrag

ISO/IEC 42001: 7.5

NIST AI RMF: GOVERN 1

Nachweise max. 365 Tage alt · Überprüfung alle 12 Monate

Anwendungsfälle

Zweck, Risikobewertung und Neubewertung je Einsatz.

AIT-USE-01

Zweckbestimmung je Anwendungsfall

Basis

Für jeden Anwendungsfall sind Zweck, Nutzergruppe, betroffene Personen und genutzte Daten beschrieben.

Derselbe Anbieter kann in drei Anwendungsfällen drei völlig verschiedene Risiken haben. Bewertet wird deshalb der Einsatz, nicht das Produkt.

Erwartete Nachweise

  • • Beschreibung je Anwendungsfall (auf der Plattform erfasst)

ISO/IEC 42001: A.9

KI-VO: Art. 26

NIST AI RMF: MAP 1

Nachweise max. 365 Tage alt · Überprüfung alle 12 Monate

AIT-USE-02

Risikobewertung je Anwendungsfall

Basis

Für jeden Anwendungsfall liegt eine Bewertung der Risiken für das Unternehmen und für betroffene Personen vor, mit festgelegten Maßnahmen.

Die Tiefe richtet sich nach dem Risiko. Für einen Textassistenten genügt eine halbe Seite, für eine Bewerbervorauswahl nicht.

Erwartete Nachweise

  • • Risikobewertung je Anwendungsfall
  • • Maßnahmen mit Verantwortlichen

ISO/IEC 42001: 6.1.2, 6.1.4, A.5

NIST AI RMF: MAP 5, MEASURE 1

Nachweise max. 365 Tage alt · Überprüfung alle 12 Monate

AIT-USE-03

Neubewertung bei wesentlicher Änderung

Basis

Wechsel von Modell, Anbieter, Datenquelle, Werkzeugen, Nutzergruppe oder Entscheidungsbefugnis lösen eine Neubewertung aus, bevor die Änderung wirksam wird.

Eine Prüfung vom Januar sagt wenig, wenn im September ein Agent an das ERP angeschlossen wurde. Die Plattform markiert Anwendungsfälle nach solchen Änderungen automatisch.

Erwartete Nachweise

  • • Beschriebenes Änderungsverfahren
  • • Beispiel einer durchgeführten Neubewertung

ISO/IEC 42001: 8.1, A.6

NIST AI RMF: MEASURE 3, MANAGE 4

Nachweise max. 365 Tage alt · Überprüfung alle 12 Monate

Regulatorische Einordnung

Rolle und Risikoklasse nach der KI-Verordnung, daraus folgende Pflichten.

AIT-REG-01

Rolle nach der KI-Verordnung bestimmt

Basis

Für jeden Anwendungsfall ist bestimmt, ob die Organisation Betreiber, Anbieter, Einführer, Händler oder Produkthersteller ist.

Wer ein Modell über eine API in ein eigenes Produkt einbaut und unter eigenem Namen anbietet, kann selbst Anbieter werden. Das ändert die Pflichten grundlegend.

Erwartete Nachweise

  • • Einordnung je Anwendungsfall mit Begründung

KI-VO: Art. 3, Art. 25

Nachweise max. 365 Tage alt · Überprüfung alle 12 Monate

AIT-REG-02

Keine verbotenen Praktiken

kritischBasis

Für jeden Anwendungsfall ist geprüft und festgehalten, dass keine nach Art. 5 KI-VO verbotene Praktik vorliegt.

Dazu zählen u. a. Emotionserkennung am Arbeitsplatz oder in Bildungseinrichtungen (außer aus medizinischen oder Sicherheitsgründen), Social Scoring und die Ausnutzung von Schutzbedürftigkeit.

Erwartete Nachweise

  • • Dokumentierte Prüfung je Anwendungsfall (Einordnung auf der Plattform)

KI-VO: Art. 5

Nachweise max. 365 Tage alt · Überprüfung alle 12 Monate

AIT-REG-03

Hochrisiko-Prüfung dokumentiert

Basis

Für jeden Anwendungsfall ist dokumentiert, ob er unter Anhang III oder Art. 6 Abs. 1 KI-VO fällt, und eine Ausnahme nach Art. 6 Abs. 3 ist begründet.

Personalauswahl, Kreditwürdigkeit, Zugang zu Bildung und wesentlichen Leistungen sind typische Treffer. Die Ausnahme greift nie bei Profiling natürlicher Personen.

Erwartete Nachweise

  • • Einordnung je Anwendungsfall mit Begründung

KI-VO: Art. 6, Anhang III

Nachweise max. 365 Tage alt · Überprüfung alle 12 Monate

AIT-REG-04

Betreiberpflichten für Hochrisiko-KI

kritischHochrisiko-KI

Hochrisiko-Systeme werden gemäß Betriebsanleitung genutzt, die Aufsicht ist kompetenten Personen zugewiesen, der Betrieb wird überwacht und Protokolle werden mindestens sechs Monate aufbewahrt.

Die Pflichten aus Art. 26 KI-VO greifen auch dann, wenn das System eingekauft ist. Betroffene Beschäftigte und ihre Vertretung sind vorab zu informieren.

Erwartete Nachweise

  • • Betriebsanleitung des Anbieters
  • • Benennung der Aufsichtspersonen
  • • Nachweis der Protokollaufbewahrung
  • • Information der Beschäftigten bzw. Betroffenen

KI-VO: Art. 26

ISO/IEC 42001: A.9

Nachweise max. 365 Tage alt · Überprüfung alle 6 Monate

AIT-REG-05

Grundrechte-Folgenabschätzung, wo erforderlich

Hochrisiko-KI

Wo Art. 27 KI-VO greift (z. B. öffentliche Stellen, öffentliche Dienste, Kreditwürdigkeit, Lebens- und Krankenversicherung), liegt vor dem Einsatz eine Grundrechte-Folgenabschätzung vor.

Eine bestehende Datenschutz-Folgenabschätzung kann ergänzt werden, ersetzt die Grundrechte-Folgenabschätzung aber nicht vollständig.

Erwartete Nachweise

  • • Grundrechte-Folgenabschätzung oder begründete Feststellung, dass Art. 27 nicht greift

KI-VO: Art. 27

ISO/IEC 42001: 6.1.4, A.5

Nachweise max. 730 Tage alt · Überprüfung alle 12 Monate

AIT-REG-06

Anbieterpflichten bekannt und umgesetzt

Anbieter von KI

Wer als Anbieter auftritt, hat die daraus folgenden Pflichten (z. B. technische Dokumentation, Qualitätsmanagement, Konformitätsbewertung, Registrierung, Transparenz) ermittelt und einen Umsetzungsplan.

Für Hochrisiko-Systeme sind die Pflichten umfangreich. Für andere Systeme bleiben vor allem Transparenzpflichten und die KI-Kompetenz.

Erwartete Nachweise

  • • Pflichtenübersicht je Produkt
  • • Umsetzungsplan mit Stand

KI-VO: Art. 16, Art. 17, Art. 43, Art. 49, Art. 50

ISO/IEC 42001: A.6

Nachweise max. 365 Tage alt · Überprüfung alle 6 Monate

Datenschutz & Datenvertrauen

Welche Daten in welche KI gelangen dürfen — und auf welcher Grundlage.

AIT-DATA-01

Vertrauliche Kundendaten nur in freigegebenen KI-Umgebungen

kritischBasis

Vertrauliche Informationen von Kunden werden ausschließlich in KI-Umgebungen verarbeitet, die für diese Datenklasse freigegeben sind und vertraglich, technisch und organisatorisch abgesichert sind.

Nicht „ChatGPT ja oder nein“ ist die Frage, sondern welche Umgebung für welche Daten freigegeben ist. Ein Unternehmenstarif mit Vertrag kann zulässig sein, ein privates Konto mit Kundendaten nicht.

Erwartete Nachweise

  • • Freigabekatalog mit erlaubten Datenklassen je System
  • • Richtlinie zum Umgang mit Kundendaten in KI
  • • Technischer Beleg, z. B. Mandanten- oder DLP-Konfiguration
  • • Stichprobe von Nutzerkonten

DSGVO: Art. 5, Art. 28, Art. 32

ISO/IEC 42001: A.7, A.10

Weitere: DSK-Orientierungshilfe KI und Datenschutz

Nachweise max. 180 Tage alt · Überprüfung alle 6 Monate

AIT-DATA-02

Datenklassifizierung je Anwendungsfall

Basis

Für jeden Anwendungsfall ist festgelegt, welche Datenklassen eingegeben werden dürfen und wohin die Daten fließen (Anbieter, Speicher, Protokolle, Werkzeuge).

Die Plattform erzeugt daraus eine Datenflusskarte je Anwendungsfall. Besonders wichtig sind Vektordatenbanken und Protokollsysteme, die oft vergessen werden.

Erwartete Nachweise

  • • Datenklassen und Datenziele je Anwendungsfall (auf der Plattform erfasst)

DSGVO: Art. 5, Art. 30

ISO/IEC 42001: A.7

NIST AI RMF: MAP 1

Nachweise max. 365 Tage alt · Überprüfung alle 12 Monate

AIT-DATA-03

Rechtsgrundlage und Zweckbindung

Personenbezogene Daten

Für die Verarbeitung personenbezogener Daten in KI-Anwendungen sind Rechtsgrundlage und Zweck festgelegt und im Verzeichnis der Verarbeitungstätigkeiten erfasst.

Auch Eingaben in einen Chat sind Verarbeitungen. Betroffene sind nach Art. 13/14 DSGVO zu informieren.

Erwartete Nachweise

  • • Auszug aus dem Verzeichnis der Verarbeitungstätigkeiten
  • • Datenschutzhinweise

DSGVO: Art. 5, Art. 6, Art. 13, Art. 30

Nachweise max. 730 Tage alt · Überprüfung alle 12 Monate

AIT-DATA-04

Besondere Kategorien nur mit Grundlage

kritischPersonenbezogene Daten

Gesundheits-, biometrische und andere besondere Kategorien personenbezogener Daten gelangen nur in KI-Anwendungen, für die eine Grundlage nach Art. 9 DSGVO und angemessene Schutzmaßnahmen festgelegt sind.

Unkontrollierter Zugriff auf hochsensible Daten ist nicht durch andere Stärken ausgleichbar. Deshalb kritisch.

Erwartete Nachweise

  • • Festlegung der Grundlage je betroffenem Anwendungsfall
  • • Technische Schutzmaßnahmen

DSGVO: Art. 9, Art. 32

Nachweise max. 365 Tage alt · Überprüfung alle 12 Monate

AIT-DATA-05

Auftragsverarbeitung und Drittlandübermittlung

Personenbezogene Daten

Mit jedem KI-Anbieter, der personenbezogene Daten verarbeitet, besteht ein Auftragsverarbeitungsvertrag; Übermittlungen in Drittländer stützen sich auf eine Grundlage nach Kapitel V DSGVO.

Unterauftragsverarbeiter des Anbieters gehören dazu. Ein Angemessenheitsbeschluss oder Standardvertragsklauseln sind zu benennen.

Erwartete Nachweise

  • • AVV je Anbieter
  • • Grundlage der Drittlandübermittlung

DSGVO: Art. 28, Art. 44–49

ISO/IEC 42001: A.10

Nachweise max. 730 Tage alt · Überprüfung alle 12 Monate

AIT-DATA-06

Datenschutz-Folgenabschätzung, wo erforderlich

Personenbezogene Daten

Für KI-Anwendungen mit voraussichtlich hohem Risiko für Betroffene liegt eine Datenschutz-Folgenabschätzung vor oder eine begründete Feststellung, dass keine erforderlich ist.

Neue Technologien, Profiling und umfangreiche Verarbeitung sensibler Daten sind typische Auslöser.

Erwartete Nachweise

  • • DSFA oder Schwellwertanalyse

DSGVO: Art. 35

ISO/IEC 42001: 6.1.4

Nachweise max. 730 Tage alt · Überprüfung alle 12 Monate

Anbieter & Modelle

Verträge, Trainingsnutzung, Datenregion und Modellwechsel je Anbieter.

AIT-VEN-01

Anbieterakte je KI-Anbieter

Basis

Für jeden KI-Anbieter sind Vertragsgrundlage, Datenregion, Aufbewahrung, Unterauftragsverarbeiter und Sicherheitsunterlagen erfasst und geprüft.

Der Verbrauchertarif und der Unternehmenstarif desselben Anbieters sind für diese Kontrolle zwei verschiedene Dinge.

Erwartete Nachweise

  • • Anbieterakte (auf der Plattform geführt)
  • • Vertrag oder Nutzungsbedingungen
  • • Sicherheitsunterlagen des Anbieters

ISO/IEC 42001: A.10

NIST AI RMF: GOVERN 6, MAP 4, MANAGE 3

Nachweise max. 365 Tage alt · Überprüfung alle 12 Monate

AIT-VEN-02

Trainingsnutzung von Eingaben geklärt

Basis

Für jeden Anbieter ist belegt, ob Eingaben und Ausgaben zum Training verwendet werden, und eine Nutzung ohne geklärte Grundlage ist ausgeschlossen.

Opt-out-Einstellungen gelten oft nur für bestimmte Tarife oder müssen je Konto gesetzt werden. Belegt wird mit Vertragsklausel oder Konfiguration.

Erwartete Nachweise

  • • Vertragsklausel oder Anbieterbestätigung
  • • Konfigurationsbeleg des Opt-outs

DSGVO: Art. 5, Art. 28

ISO/IEC 42001: A.7, A.10

Nachweise max. 365 Tage alt · Überprüfung alle 12 Monate

AIT-VEN-03

Modell- und Versionswechsel nachverfolgt

Basis

Wechsel des Modells oder der Modellversion bei einem Anbieter werden erfasst und auf Auswirkungen für die Anwendungsfälle geprüft.

Anbieter tauschen Modelle teils ohne Ankündigung aus. Wer das bemerkt, kann Qualität und Verhalten nachprüfen.

Erwartete Nachweise

  • • Änderungsprotokoll mit Modellversionen

ISO/IEC 42001: A.6

NIST AI RMF: MEASURE 3, MANAGE 3

Nachweise max. 365 Tage alt · Überprüfung alle 12 Monate

Sicherheit

Zugang, Berechtigungen, Protokollierung und Schwachstellenbehandlung.

AIT-SEC-01

Zugang nur über Unternehmenskonten

Basis

Freigegebene KI-Systeme werden über Unternehmenskonten mit zentraler Anmeldung (SSO) oder Mehrfaktor-Authentisierung genutzt; private Konten sind für dienstliche Daten ausgeschlossen.

Nur über Unternehmenskonten lassen sich Zugänge entziehen, Einstellungen erzwingen und Nutzung nachvollziehen.

Erwartete Nachweise

  • • Konfiguration der Anmeldung (SSO/MFA)
  • • Liste der berechtigten Nutzer

DSGVO: Art. 32

ISO/IEC 42001: A.4

Weitere: ISO/IEC 27001 A.5.15–A.5.18

Nachweise max. 180 Tage alt · Überprüfung alle 6 Monate

AIT-SEC-02

Berechtigungen auch für Wissensquellen

Basis

KI-Systeme, die auf Unternehmenswissen zugreifen (z. B. Suche, RAG), respektieren die Berechtigungen der Quelle; niemand erhält über die KI Einsicht in Inhalte, die ihm sonst verschlossen sind.

Ein Assistent mit Lesezugriff auf das gesamte Laufwerk umgeht jedes Ordnerrecht. Typischer Befund bei Copilot-Einführungen.

Erwartete Nachweise

  • • Berechtigungskonzept für angebundene Quellen
  • • Testprotokoll mit eingeschränktem Konto

DSGVO: Art. 25, Art. 32

KI-VO: Art. 15

Weitere: BSI: Generative KI-Modelle – Chancen und Risiken

Nachweise max. 365 Tage alt · Überprüfung alle 12 Monate

AIT-SEC-03

Protokollierung der KI-Nutzung

Basis

Nutzung und Administration freigegebener KI-Systeme werden in einem Umfang protokolliert, der Vorfälle nachvollziehbar macht, ohne mehr personenbezogene Daten als nötig zu speichern.

Aufbewahrungsdauer und Zugriff auf Protokolle sind festzulegen. Bei Hochrisiko-Systemen gelten mindestens sechs Monate.

Erwartete Nachweise

  • • Protokollierungskonzept
  • • Auszug aus einem Protokoll

KI-VO: Art. 12, Art. 26

DSGVO: Art. 5, Art. 32

Nachweise max. 365 Tage alt · Überprüfung alle 12 Monate

AIT-SEC-04

Schutz vor Prompt Injection und unsicheren Ausgaben

Generative KI

Wo generative KI externe Inhalte verarbeitet oder Ausgaben weiterverwendet, sind Maßnahmen gegen eingeschleuste Anweisungen und gegen die ungeprüfte Ausführung von Ausgaben umgesetzt und getestet.

Besonders kritisch, wenn die KI E-Mails, Webseiten oder Dokumente Dritter liest und gleichzeitig Werkzeuge bedienen kann.

Erwartete Nachweise

  • • Beschreibung der Schutzmaßnahmen
  • • Testprotokoll mit Angriffsbeispielen

KI-VO: Art. 15

NIST AI RMF: MEASURE 2

Weitere: BSI: Generative KI-Modelle – Chancen und Risiken, OWASP Top 10 for LLM Applications

Nachweise max. 365 Tage alt · Überprüfung alle 12 Monate

AIT-SEC-05

Behandlung relevanter Sicherheitslücken

kritischBasis

Bekannte relevante Sicherheitslücken in KI-Systemen und deren Anbindungen werden bewertet und innerhalb festgelegter Fristen behoben oder begründet abgesichert.

Eine bekannte, offene Lücke ohne Behandlung ist nicht durch andere Stärken ausgleichbar.

Erwartete Nachweise

  • • Schwachstellenprozess
  • • Übersicht offener Schwachstellen mit Frist

DSGVO: Art. 32

KI-VO: Art. 15

Weitere: ISO/IEC 27001 A.8.8

Nachweise max. 180 Tage alt · Überprüfung alle 6 Monate

Agenten

Handlungsrahmen, Grenzen, Freigaben und Not-Aus für handelnde KI.

AIT-AGT-01

Festgelegter Handlungsrahmen

kritischKI-Agenten

Für jeden handelnden KI-Agenten sind erlaubte Werkzeuge, Aktionen, Datenbereiche und Zielsysteme abschließend festgelegt und technisch durchgesetzt.

Was nicht ausdrücklich erlaubt ist, kann der Agent nicht. Eine Beschreibung im Prompt ist keine technische Durchsetzung.

Erwartete Nachweise

  • • Rechte- und Werkzeugliste je Agent
  • • Konfigurationsbeleg der Durchsetzung

KI-VO: Art. 14, Art. 15

NIST AI RMF: MANAGE 1

Nachweise max. 180 Tage alt · Überprüfung alle 6 Monate

AIT-AGT-02

Grenzen für Kosten, Laufzeit und Schritte

KI-Agenten

Agenten haben feste Obergrenzen für Ausgaben, Laufzeit und Anzahl der Schritte; bei Überschreitung brechen sie ab.

Schleifen und Fehlinterpretationen kosten sonst Geld und erzeugen Folgeschäden in angebundenen Systemen.

Erwartete Nachweise

  • • Konfiguration der Grenzwerte

NIST AI RMF: MANAGE 2

Nachweise max. 365 Tage alt · Überprüfung alle 12 Monate

AIT-AGT-03

Freigabeschwellen und Eskalation

KI-Agenten

Folgenreiche Aktionen (z. B. Zahlungen, Löschungen, externe Kommunikation, Vertragsänderungen) erfordern die Freigabe eines Menschen; der Agent eskaliert, wenn er unsicher ist.

Die Schwelle hängt vom Schaden ab, den eine Fehlhandlung anrichten kann, nicht von der Häufigkeit der Aktion.

Erwartete Nachweise

  • • Liste der freigabepflichtigen Aktionen
  • • Beleg eines Freigabevorgangs

KI-VO: Art. 14

NIST AI RMF: MANAGE 1

Nachweise max. 365 Tage alt · Überprüfung alle 6 Monate

AIT-AGT-04

Not-Aus

KI-Agenten

Jeder Agent kann von benannten Personen sofort angehalten werden; der Not-Aus ist getestet.

Ein Not-Aus, den niemand findet oder der nie geübt wurde, existiert im Ernstfall nicht.

Erwartete Nachweise

  • • Beschreibung des Not-Aus und der Berechtigten
  • • Testprotokoll

KI-VO: Art. 14

NIST AI RMF: MANAGE 2

Nachweise max. 365 Tage alt · Überprüfung alle 12 Monate

AIT-AGT-05

Getrennte, minimale Zugangsdaten

KI-Agenten

Agenten nutzen eigene, auf das Nötige beschränkte Zugangsdaten, die nicht mit persönlichen Konten geteilt werden und regelmäßig erneuert werden.

Ein Agent mit dem Konto der Geschäftsführung hat deren Rechte, und seine Handlungen sind nicht unterscheidbar.

Erwartete Nachweise

  • • Übersicht der Agenten-Zugangsdaten mit Berechtigungen

DSGVO: Art. 32

Weitere: ISO/IEC 27001 A.5.18, A.8.2

Nachweise max. 365 Tage alt · Überprüfung alle 12 Monate

Menschliche Aufsicht

Entscheidungsbefugnis der KI und wirksame Kontrolle durch Menschen.

AIT-HUM-01

Entscheidungsbefugnis festgelegt

Basis

Für jeden Anwendungsfall ist festgelegt, wie weit die KI gehen darf: informieren, empfehlen, entwerfen, mit Freigabe handeln oder eigenständig handeln (Stufen L0–L5).

Je höher die Stufe, desto härter die übrigen Kontrollen. Ab L3 greift das Paket für Agenten.

Erwartete Nachweise

  • • Stufe je Anwendungsfall (auf der Plattform erfasst)

KI-VO: Art. 14

ISO/IEC 42001: A.9

NIST AI RMF: MAP 3

Nachweise max. 365 Tage alt · Überprüfung alle 12 Monate

AIT-HUM-02

Menschliche Kontrolle bei Entscheidungen über Personen

kritischEntscheidungen über Menschen

Wo KI-Ergebnisse in Entscheidungen über natürliche Personen einfließen, entscheidet ein Mensch mit tatsächlicher Befugnis und Zeit, das Ergebnis zu prüfen und abzuweichen.

Ein Mensch, der jede Empfehlung in Sekunden bestätigt, ist keine Aufsicht. Abweichungsquoten und Bearbeitungszeiten zeigen, ob die Kontrolle wirkt.

Erwartete Nachweise

  • • Beschreibung des Entscheidungsablaufs
  • • Stichprobe von Entscheidungen mit Abweichungen

KI-VO: Art. 14, Art. 26

DSGVO: Art. 22

NIST AI RMF: MANAGE 1

Nachweise max. 365 Tage alt · Überprüfung alle 6 Monate

AIT-HUM-03

Kompetenz der Aufsichtspersonen

Entscheidungen über Menschen

Personen mit Aufsichtsaufgabe kennen Fähigkeiten und Grenzen des Systems, typische Fehler und die Neigung, KI-Ergebnissen zu vertrauen.

Die Unterweisung muss auf das konkrete System zugeschnitten sein, nicht auf KI im Allgemeinen.

Erwartete Nachweise

  • • Unterweisungsnachweise der Aufsichtspersonen

KI-VO: Art. 4, Art. 26

ISO/IEC 42001: 7.2

Nachweise max. 730 Tage alt · Überprüfung alle 12 Monate

Transparenz

Hinweise auf KI-Interaktion, Kennzeichnung erzeugter Inhalte, Offenheit gegenüber Kunden.

AIT-TRA-01

Hinweis bei direkter KI-Interaktion

Direkte KI-Interaktion

Menschen, die unmittelbar mit einem KI-System interagieren, werden spätestens zu Beginn darauf hingewiesen, sofern es nicht offensichtlich ist.

Gilt für Chatbots, Telefonassistenten und automatisierte Antworten im Kundenservice.

Erwartete Nachweise

  • • Bildschirmfoto oder Aufzeichnung des Hinweises

KI-VO: Art. 50 Abs. 1

Nachweise max. 365 Tage alt · Überprüfung alle 12 Monate

AIT-TRA-02

Kennzeichnung KI-erzeugter Inhalte

KI-erzeugte Inhalte

Veröffentlichte KI-erzeugte oder -manipulierte Bild-, Audio- und Videoinhalte (Deepfakes) sowie Texte zu Angelegenheiten von öffentlichem Interesse ohne redaktionelle Verantwortung sind als solche gekennzeichnet.

Wer die Inhalte selbst erzeugt und anbietet, muss zusätzlich für eine maschinenlesbare Markierung sorgen.

Erwartete Nachweise

  • • Kennzeichnungsregel
  • • Beispiele veröffentlichter Inhalte

KI-VO: Art. 50 Abs. 2, Art. 50 Abs. 4

Nachweise max. 365 Tage alt · Überprüfung alle 12 Monate

AIT-TRA-03

Information bei Emotionserkennung und biometrischer Kategorisierung

Biometrie & Emotionserkennung

Personen, die einem System zur Emotionserkennung oder biometrischen Kategorisierung ausgesetzt sind, werden über dessen Betrieb informiert.

Emotionserkennung am Arbeitsplatz und in Bildungseinrichtungen ist grundsätzlich verboten (Art. 5) und wird in AIT-REG-02 geprüft.

Erwartete Nachweise

  • • Informationstext und Ort der Bereitstellung

KI-VO: Art. 50 Abs. 3

DSGVO: Art. 9, Art. 13

Nachweise max. 365 Tage alt · Überprüfung alle 12 Monate

AIT-TRA-04

Offenheit gegenüber Kunden und Partnern

Basis

Die Organisation beantwortet Fragen von Kunden und Geschäftspartnern zum KI-Einsatz auf Basis aktueller, freigegebener Angaben.

Das öffentliche Trust-Profil der Plattform kann diese Funktion übernehmen. Wichtig ist, dass Antworten nicht von Abteilung zu Abteilung abweichen.

Erwartete Nachweise

  • • Veröffentlichtes Trust-Profil oder freigegebene Standardantworten

ISO/IEC 42001: A.8

NIST AI RMF: GOVERN 5

Nachweise max. 365 Tage alt · Überprüfung alle 12 Monate

Beschäftigte & Schatten-KI

Freigegebene Werkzeuge, KI-Kompetenz und Umgang mit nicht freigegebener KI.

AIT-EMP-01

Katalog freigegebener KI-Werkzeuge

Basis

Beschäftigte können jederzeit nachsehen, welche KI-Werkzeuge freigegeben sind und welche Datenklassen sie darin verwenden dürfen.

Niemand liest 40 Seiten Richtlinie, bevor er einen Vertrag hochlädt. Eine Tabelle „Werkzeug – erlaubte Daten“ beantwortet die Frage in Sekunden.

Erwartete Nachweise

  • • Freigabekatalog (auf der Plattform erzeugt)
  • • Ort der Bereitstellung für Beschäftigte

ISO/IEC 42001: A.9

Weitere: DSK-Orientierungshilfe KI und Datenschutz

Nachweise max. 365 Tage alt · Überprüfung alle 6 Monate

AIT-EMP-02

Rollenbasierte KI-Kompetenz

Basis

Beschäftigte, die KI nutzen oder betreuen, haben eine ihrer Rolle angemessene Unterweisung erhalten (z. B. allgemeine Nutzung, Power User, Entwicklung, Führung, Personal, Recht).

Art. 4 KI-VO (Fassung seit 27.07.2026) verlangt von Anbietern und Betreibern Maßnahmen, die die KI-Kompetenz ihres Personals fördern — dokumentiert, aber ohne vorgeschriebenes Zertifikat. Ein Kurs für alle ist selten angemessen.

Erwartete Nachweise

  • • Schulungskonzept nach Rollen
  • • Teilnahmenachweise

KI-VO: Art. 4

ISO/IEC 42001: 7.2, 7.3

NIST AI RMF: GOVERN 2

Nachweise max. 730 Tage alt · Überprüfung alle 12 Monate

AIT-EMP-03

Umgang mit nicht freigegebener KI

Basis

Die Nutzung nicht freigegebener KI-Werkzeuge wird erkannt (z. B. über Netzwerk-, Ausgaben- oder Kontenauswertung) und nach einem festgelegten Verfahren behandelt.

Verbieten allein verlagert die Nutzung auf private Geräte. Wirksam ist eine schnelle Freigabe guter Werkzeuge plus Erkennung des Rests.

Erwartete Nachweise

  • • Verfahren zur Erkennung
  • • Ergebnis der letzten Auswertung

ISO/IEC 42001: A.9

DSGVO: Art. 32

Nachweise max. 180 Tage alt · Überprüfung alle 6 Monate

AIT-EMP-04

Information und Beteiligung der Beschäftigten

Personalwesen

Beschäftigte und ihre Vertretung werden vor dem Einsatz von KI, die Verhalten oder Leistung erfasst oder Personalentscheidungen unterstützt, informiert und – wo vorgesehen – beteiligt.

In Deutschland sind die Mitbestimmungsrechte des Betriebsrats (insbesondere § 87 Abs. 1 Nr. 6 und § 90 BetrVG) zu beachten.

Erwartete Nachweise

  • • Information an Beschäftigte
  • • Betriebsvereinbarung oder Beteiligungsnachweis

KI-VO: Art. 26 Abs. 7

Weitere: § 87 Abs. 1 Nr. 6 BetrVG, § 90 BetrVG

Nachweise max. 730 Tage alt · Überprüfung alle 12 Monate

Fairness & Rechte

Diskriminierungsprüfung, Beschwerdewege und Datenqualität.

AIT-FAIR-01

Prüfung auf diskriminierende Effekte

Entscheidungen über Menschen

KI-Anwendungen, die Menschen bewerten oder auswählen, werden vor dem Einsatz und regelmäßig auf ungerechtfertigte Benachteiligung geschützter Gruppen geprüft.

Im Personalbereich ist das AGG der Maßstab. Geprüft werden Ergebnisse, nicht nur Eingabemerkmale.

Erwartete Nachweise

  • • Prüfkonzept
  • • Ergebnis der letzten Prüfung

KI-VO: Art. 10

NIST AI RMF: MEASURE 2

Weitere: AGG

Nachweise max. 365 Tage alt · Überprüfung alle 12 Monate

AIT-FAIR-02

Erklärung und Beschwerdeweg für Betroffene

Entscheidungen über Menschen

Personen, über die mit Unterstützung von KI entschieden wird, können eine Erklärung verlangen und die Entscheidung von einem Menschen überprüfen lassen.

Der Weg muss bekannt und erreichbar sein, etwa über die Absage, das Kundenportal oder die Datenschutzhinweise.

Erwartete Nachweise

  • • Beschreibung des Beschwerdewegs
  • • Beispiel einer Information an Betroffene

KI-VO: Art. 26 Abs. 11, Art. 86

DSGVO: Art. 22

Nachweise max. 730 Tage alt · Überprüfung alle 12 Monate

AIT-FAIR-03

Datenqualität eigener Modelle

Anbieter von KI

Für selbst trainierte oder feinjustierte Modelle sind Herkunft, Repräsentativität und bekannte Lücken der Trainingsdaten dokumentiert.

Gilt nicht für die reine Nutzung fremder Modelle per Schnittstelle.

Erwartete Nachweise

  • • Datenblatt der Trainingsdaten

KI-VO: Art. 10

ISO/IEC 42001: A.7

NIST AI RMF: MAP 2, MEASURE 2

Nachweise max. 730 Tage alt · Überprüfung alle 12 Monate

Überwachung & Vorfälle

Betriebsüberwachung, Vorfallprozess und ehrliche Offenlegung.

AIT-MON-01

Vorfallprozess für KI

Basis

Es gibt einen dokumentierten Prozess, über den Beschäftigte KI-Vorfälle und Bedenken melden und der Bewertung, Reaktion und Nachbereitung regelt.

Vorfälle sind auch Fehlausgaben mit Folgen, Datenabflüsse über Eingaben und Fehlhandlungen von Agenten.

Erwartete Nachweise

  • • Vorfallprozess
  • • Meldeweg für Beschäftigte

ISO/IEC 42001: 10.2, A.3

DSGVO: Art. 33, Art. 34

NIST AI RMF: MANAGE 4

Nachweise max. 730 Tage alt · Überprüfung alle 12 Monate

AIT-MON-02

Schwerwiegende Vorfälle werden offengelegt

kritischBasis

Schwerwiegende KI-Vorfälle werden innerhalb der vorgesehenen Fristen an die zuständigen Stellen, betroffene Kunden und – bei Hochrisiko-Systemen – den Anbieter gemeldet und auf der Plattform als Befund erfasst.

Ein verschwiegener Vorfall entwertet jeden Nachweis. Ein ehrlich gemeldeter Vorfall mit sauberer Reaktion ist dagegen ein Zeichen funktionierender Kontrolle.

Erwartete Nachweise

  • • Meldeverfahren mit Fristen
  • • Vorfallregister (auch wenn leer)

KI-VO: Art. 26 Abs. 5, Art. 73

DSGVO: Art. 33, Art. 34

Nachweise max. 365 Tage alt · Überprüfung alle 12 Monate

AIT-MON-03

Überwachung im Betrieb

Basis

Qualität, Fehlerraten und unerwünschtes Verhalten produktiver KI-Anwendungen werden in festgelegten Abständen ausgewertet.

Rückmeldungen von Nutzern und Stichproben von Ausgaben genügen oft. Wichtig ist, dass jemand hinschaut und es festhält.

Erwartete Nachweise

  • • Auswertung der letzten Periode

KI-VO: Art. 26 Abs. 5

ISO/IEC 42001: 9.1

NIST AI RMF: MEASURE 3, MEASURE 4

Nachweise max. 180 Tage alt · Überprüfung alle 6 Monate