KI-Verordnung
Die KI-Verordnung für Unternehmen — Fristen und Pflichten
In der Fassung des KI-Omnibus (VO (EU) 2026/1744). Hochrisiko-Pflichten gelten danach ab Dezember 2027 bzw. August 2028; KI-Kompetenz, Verbote und Transparenzpflichten gelten bereits. Stand: 13.10.2026.
Fristen
01.08.2024 · gilt
KI-Verordnung tritt in Kraft
Beginn der gestaffelten Übergangsfristen.
02.02.2025 · gilt
Verbote und KI-Kompetenz
Verbotene Praktiken (Art. 5) gelten; Anbieter und Betreiber müssen Maßnahmen zur KI-Kompetenz ihres Personals ergreifen (Art. 4).
02.08.2025 · gilt
Modelle mit allgemeinem Verwendungszweck
Pflichten für Anbieter von GPAI-Modellen (Art. 51–56), Governance und Sanktionsregeln.
27.07.2026 · gilt
KI-Omnibus in Kraft
VO (EU) 2026/1744: Hochrisiko-Fristen verschoben, Art. 4 neu gefasst (Maßnahmen zur Förderung der KI-Kompetenz statt Ergebnispflicht), Erleichterungen für KMU und kleine Mid-Caps.
29.07.2026 · gilt · Deutschland
KI-MIG in Kraft
Deutsches Durchführungsgesetz: die Bundesnetzagentur ist zentrale Marktüberwachungsbehörde und Anlaufstelle; sektorale Aufsicht (z. B. BaFin) bleibt.
02.08.2026 · gilt
Transparenzpflichten
Art. 50: Hinweis auf KI-Interaktion, Kennzeichnung synthetischer Inhalte, Offenlegung von Deepfakes; allgemeine Marktüberwachung.
02.12.2026 · kommt
Neue Verbote, Kennzeichnung für Bestandssysteme
Verbot nicht einvernehmlicher intimer Deepfakes und von Missbrauchsdarstellungen; Frist für die maschinenlesbare Kennzeichnung (Art. 50 Abs. 2) bei generativen Systemen, die vor dem 02.08.2026 in Verkehr gebracht wurden.
02.08.2027 · kommt
GPAI-Bestandsmodelle
Modelle, die vor dem 02.08.2025 auf dem Markt waren, müssen die Anforderungen erfüllen.
02.12.2027 · kommt
Hochrisiko nach Anhang III
Anforderungen und Pflichten für Hochrisiko-Systeme in Bereichen wie Personal, Bildung, Kreditwürdigkeit — einschließlich der Betreiberpflichten (Art. 26, 27).
02.08.2028 · kommt
Hochrisiko nach Anhang I
KI als Sicherheitsbauteil regulierter Produkte, z. B. Maschinen oder Medizinprodukte.
Pflichten nach Rolle
Welche Pflichten gelten, hängt an der Rolle und an der Einordnung des einzelnen Anwendungsfalls. Die meisten Unternehmen im Mittelstand sind Betreiber; wer selbst KI-Funktionen baut, wird schnell auch Anbieter.
Für alle
Gilt für jedes Unternehmen, das KI einsetzt oder anbietet.
KI-Kompetenz fördern
Art. 4 · gilt seit 02.02.2025
Verbotene Praktiken ausschließen
Art. 5 · gilt seit 02.02.2025
Betreiber
Wer KI-Systeme beruflich einsetzt — Copilot, ChatGPT, Fachsoftware mit KI.
Betroffene über Emotionserkennung oder biometrische Kategorisierung informieren
Art. 50 Abs. 3 · gilt seit 02.08.2026
Deepfakes offenlegen
Art. 50 Abs. 4 · gilt seit 02.08.2026
KI-Texte von öffentlichem Interesse offenlegen
Art. 50 Abs. 4 · gilt seit 02.08.2026
Betreiberpflichten für Hochrisiko-Systeme
Art. 26 · ab 02.12.2027
Beschäftigte und Arbeitnehmervertretung vorab informieren
Art. 26 Abs. 7 · ab 02.12.2027
Grundrechte-Folgenabschätzung
Art. 27 · ab 02.12.2027
Erläuterung von Einzelentscheidungen
Art. 86 · ab 02.12.2027
Anbieter
Wer ein KI-System entwickelt oder entwickeln lässt und unter eigenem Namen anbietet oder selbst in Betrieb nimmt — auch einen eigenen Chatbot auf Basis einer Modell-API.
Hinweis auf KI-Interaktion
Art. 50 Abs. 1 · gilt seit 02.08.2026
Synthetische Inhalte maschinenlesbar kennzeichnen
Art. 50 Abs. 2 · gilt seit 02.08.2026
Anbieterpflichten für Hochrisiko-Systeme
Art. 8–17, 43, 47–49, 72–73 · ab 02.12.2027
Einstufung als nicht hochriskant dokumentieren und registrieren
Art. 6 Abs. 3–4, Art. 49 Abs. 2 · ab 02.12.2027
Pflichten für Anbieter von Modellen mit allgemeinem Verwendungszweck
Art. 53, 55 · gilt seit 02.08.2025
Wer in Deutschland zuständig ist
Seit 29.07.2026 gilt das KI-Marktüberwachungs- und Innovationsförderungsgesetz (KI-MIG). Zentrale Marktüberwachungsbehörde und Anlaufstelle ist die Bundesnetzagentur; Fachaufsichten wie die BaFin bleiben für ihre Bereiche zuständig. Die Bundesnetzagentur bietet einen kostenlosen KI-Service-Desk mit einer ersten Risikoeinschätzung.
Wie wir unterstützen
KI-Register mit Anbietern und Datenflüssen, Einordnung je Anwendungsfall, daraus abgeleitete Pflichten mit Fristen, Richtlinie und Freigabekatalog, Schulungen mit dokumentierten Teilnahmen — prüfbar dokumentiert an einem Ort.
Diese Übersicht ersetzt keine Rechtsberatung im Einzelfall. Quellen: